Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Ersatzneubau der Straßenbrücke Mäckersee im Zuge der Landesstraße 293 über die Havel-Oder-Wasserstraße km 63,521 / 63,595

Tipp: Den Einschub der neuen Brücke können Sie sich in einer Zeitrafferaufnahme anschauen!

Das WSA Eberswalde plant den Ausbau der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) zur Wasserstraßenklasse Va gemäß des Bundesverkehrswegeplanes 92. Die Maßnahmen zum Ausbau des Bauabschnittes Los F in der Scheitelhaltung der HOW von km 61,4 bis 65,784 wurden mit dem Planfeststellungsbeschluss der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost in Berlin vom 18.11.1999 genehmigt. Gegenstand dieses Planfeststellungsbeschlusses ist unter anderem der Ersatzneubau der Straßenbrücke Mäckersee.

Aufgrund der geplanten Verbreiterung des Kanals ergab sich die Notwendigkeit einer Erneuerung der Brücke mit entsprechend größerer Stützweite und einer größeren lichten Durchfahrtshöhe. Gleichzeitig wurden auf Grundlage der geltenden Richtlinien (RAS-Q 96) die Straßen-, Geh- und Radwege verbessert.

Luftaufnahme der Baustelle

Der Neubau erfolgte ca. 75 m östlich der vorhandenen Brücke mit der Brückenklasse 60/30 und mit einer Stützweite von 92,30 m. Die Brücke überführt die L 293 mit 2 Fahrspuren mit Breiten von jeweils 3,50 m, einen gemeinsamen Rad-/Gehweg mit einer Breite von 2,00 m und einen Notgehweg. Die Kosten der Baumaßnahme, die bei rund 4,5 Mio. € (inkl. aller Grunderwerbs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen) liegen, werden zu 2/3 vom Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde und zu 1/3 vom Brandenburgischen Straßenbauamt Strausberg getragen.

Einweihung der Mäckerseebrücke

Am 28.06.2002 wurde die neue Mäckerseebrücke durch den Präsidenten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, Herrn Achim Pohlman, den Landrat des Landkreises Barnim, Herrn Bodo Ihrke, sowie den Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, Herrn Rolf Dietrich, für den Verkehr freigegeben.

Kompliziert

Aus technischer Sicht kompliziert war die Ausführung der Pfahlgründung. Neben sehr widrigen Witterungsbedingungen haben massive Steinpackungen auf der Nordseite die Arbeiten erschwert. Die Ausführung der Pfähle erfolgte dadurch in verschiedenen Längen von 17,80 m über 20,30 m bis zu 26,70 m. Die Probebelastung brachte als Ergebnis für die einfache Gebrauchslast von 2530 kN eine Setzung von 2,3 mm und für die doppelte Gebrauchslast von 5060 kN eine Setzung von 7,3 mm. Diese guten Ergebnisse ließen den Rückschluss auf ein gutes Trag- und Setzungsverhalten des Baugrundes zu. So konnte man davon ausgehen, dass die Setzungen noch vor Inbetriebnahme der Brücke abgeklungen sein werden. Die Setzungsmessungen während der Bauzeit 2001 ergaben Setzungen des Bauwerkes von 2 mm bis 8 mm. Eine weitere Messung im April 2002 bestätigte, dass die weiteren Setzungen gegen Null gehen.

Luftaufnahme vom Einschub der Brücke

Anspruchsvoll

Der neue Überbau ist eine stählerne Stabbogenbrücke ohne oberen Windverband, mit nach innen versetzten Längsträgern. Das Haupttragwerk ist eine längsträgerorientierte Verbundbrücke in Verbindung mit einem Bogentragwerk, bei der der Bogenschub über Diagonale in die Längsträger eingeleitet wird. Die Montage und das Einschieben des Überbaus stellte für die ausführende Firma eine Herausforderung dar. Neben den aufwendigen Schweiß- und Montagearbeiten vor Ort war es der Brückeneinschub vom 10. bis 12. Oktober 2001, der von allen Beteiligten viel abverlangte. 

Gestaltung der Brücke 

Neben der Konstruktion des Überbaus wirken auch die Farben und Formen an den Unter- und Überbauten bei der Gesamtansicht mit. So wurde von Anfang an auf helle Pastelltöne für den Überbau gesetzt. Nachdem für die Gestaltung der Widerlager mittels Sichtbeton keine annehmbaren Angebote vorlagen, wurde die Verklinkerung als gestalterisches Element beibehalten. Hier wurde der eher seltene Tannenbergverband gewählt.

Wiederverwendung von Bau- und Erdstoffen

Der im gesamten Baufeld gewonnene Oberboden wurde an den neuen und alten Rampen wieder angedeckt. Vorher wurde der Oberboden gesiebt und gemischt. Ebenfalls wiederverwendet wurden Natursteinborde und Granitpflaster. Sie wurden für die neuen Kaskaden zur Ableitung des Niederschlagswasser verbaut. Mit dem Rückbau der Brücke fallen weitere recyclebare Stoffe, wie Beton und Stahl an, die dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt werden. Das Geländer soll an einer anderen Brücke in Eberswalde wiedererrichtet werden.

Beteiligte Firmen

Neben der Schachtbau Nordhausen Großprojekte GmbH aus Nordhausen und der Firma TSU GmbH aus Müncheberg waren u.a. folgende Firmen aus dem Landkreis Barnim an der Baumaßnahme beteiligt: Gerüstbau Köhle GmbH, Baustellen-Verkehrs-Technik GmbH, AKB GmbH, Metallbau Finow GmbH, Schuster Bau GmbH, Straßenverkehrstechnik Thiele GmbH, Peetz GmbH, Oberflächentechnik Eberswalde GmbH und Prietz Transporte. Die Lieferungen von Kies und Sand, Beton und Asphalt erfolgten aus den Werken Althüttendorf, Finowfurt und Eberswalde. Weiterhin waren u.a. Firmen aus Magdeburg, Falkenhain, Bad Freienwalde, Plötzin und Berlin beteiligt.

Weiterführende Arbeiten

Nach dem Rückbau des alten Überbaus und der alten Widerlager im August 2002 werden in den Herbstmonaten die ersten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt. Auf den neuen Rampen erfolgt die Pflanzung von 48 Traubeneichen, die in mehreren Jahren den Alleencharakter wiederherstellen sollen. Des weiteren werden die entsiegelten alten Rampen mit Brombeersträuchern und Gemeiner Heckenkirsche bepflanzt. Einzelne Freiflächen neben den Rampen erhalten Feldahornbäume, Pfaffenhütchen, Sanddorn und Hundsrose-Sträucher. Die Öffnung des verrohrten Grabens östlich der Nordrampe und das Setzen von Erlen und Eschen erfolgt erst nach der Fertigstellung des Kanalabschnittes.

Daten

Lichte Weite zwischen den Widerlagern rechtwinklig zur Kanalachse 73,00 m
Lichte Höhe über der Wasserstraße (über BWo) 5,25 m

Stützweite

Stützweite 92,30 m
Nutzbare Breite des Überbaus zwischen den Geländern 12,00 m
Gewicht des Stahlüberbaus ca. 580 t
verbaute Betonmenge ca. 1.650 m³
Erdbewegungen ca. 95.000 m³
Baukostenanteil für das WSA ca. 5,8 Mio. DM / ca.3,00 Mio. €