Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Das Wehr

Lage des Wehres Diese Karte zeigt die Lage des Wehres unmittelbar neben dem Oberhaupt der Westschleuse Hohensaaten. (In der Panoramaansicht des Standortes 4 ist das Wehr durch das Schleusenbauwerk verdeckt.)

Die Staustufe Hohensaaten wurde in ihrer jetzigen Form im Jahr 1913 fertiggestellt. Ihre Errichtung beruhte auf dem Gesetz vom 4. August 1904, in dem „die Verbesserung der Vorflut in der unteren Oder“ beschlossen wurde. Bereits ab 1859 befand sich ca. 200 m oberhalb des jetzigen Wehres in Nähe der noch vorhandenen Widerlager der im Jahre 1945 zerstörten Brücke ein Wehr, das im Zuge des „Projektes zur Fortsetzung der Melioration des Niederoderbruches“ entstand. Seine Aufgabe bestanden in:

Die gesamte Entwässerung des Oderbruches hing vom Wasserstand des Wehres ab. War der Rückstau unterhalb des Wehres höher als der Binnenwasserstand, wurden die Wehrtore geschlossen und die Entwässerung des Oderbruches kam zum Erliegen. Dieser Zustand erfüllte die Erwartungen der Wasserbauer nicht. Die bis Ende des Jahrhunderts auftretenden Hochwässer im Oderbruch erforderten eine günstigere Lösung.

Wehr (links) und Oberhaupt der Westschleuse Wehr (links) und Oberhaupt der Westschleuse

Die Überlegungen, für die geplante Herstellung des Großschifffahrtsweges Berlin – Stettin von Hohensaaten abwärts den Vorfluter des Oderbruches (ehemalige Oder) mitzubenutzen und für Schiffe von 600 t Tragfähigkeit auszubauen, flossen in das o.g. Gesetz von 1904 ein. Die auf dieser Gesetzesgrundlage basierenden, im Jahr 1907 beginnenden Bauarbeiten hatten zum Ziel, eine Schifffahrtsstraße für 600 t-Schiffe auszubauen, die gleichzeitig die gesamte Entwässerung des Oderbruches übernehmen konnte. Das Gesamtkonzept umfasste u.a. die Errichtung des 1913 fertiggestellten Wehres Hohensaaten, das folgende Funktionen nach wie vor zu erfüllen hat:

Nahansicht des Wehrs von SüdostenNahansicht des Wehrs von Südosten

Das Wehr ist ein Schützenwehr, das 1928 elektrifiziert wurde. Es wird durch zwei Strompfeiler in drei Wehröffnungen mit je 7.5 lichter Weite unterteilt. Seine Kapazität ist von den Wasserständen der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße abhängig, d.h. bei gleichbleibender Schützstellung und steigendem Unterwasser verringert sich der Abfluss.

Das Bedienungspersonal – Mitarbeiter des Außenbezirkes Hohensaaten – ist verpflichtet, die Schützen unter Beachtung des Schützstellungsplanes zu öffnen, damit die Kolkbildung im Sturzbett des Wehres vermindert und der Abfluss über den Gesamtquerschnitt verteilt wird.

Am 15.12.1965 legte der Staubeirat für die Oderberger Gewässer folgende Stauhöhen am Wehr Hohensaaten verbindlich fest:

Höchststau: NN + 1,40 m ü. NN =>224 cm
Normalstau: NN + 1,20 m ü. NN = 204 cm
Niedrigststau: NN + 1,10 m ü. NN = 194 cm
(jeweils am Binnenpegel Hohensaaten Westschleuse)

Diese Festlegungen besitzen nach wie vor Gültigkeit. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt strebt an, Normalstau zu halten, um einen problemlosen Betrieb des Schiffshebewerkes Niederfinow zu gewährleisten. In begründeten Fällen kann auf Antrag des Gewässerbeirates der Wasserspiegel vorübergehend auch unter den Normalstau abgesenkt werden. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt ist aus schifffahrts- und bautechnischen Gründen berechtigt, kurzfristig eigenverantwortlich die Wasserregulierung in ihrem Interesse durchzuführen.

Wehr, Westschleuse (rechts) und Eisbrecherliegeplatz (Mitte)Blick von der alten Oder auf das Wehr (links) und die Westschleuse (rechts). In der Mitte der Eisbrecher -Liegeplatz

Maßgebend für die Steuerung des Wehres sind die Wasserstände des Binnenpegels Hohensaaten Westschleuse. Die automatisierte Pegelanlage registriert den Wasserstand minütlich und verarbeitet ihn zu 15 Minuten-Werten. Die ständige Verfügbarkeit der Daten ermöglicht dem Bedienungspersonal ein flexibles Reagieren bei Wasserstandsveränderungen.

Festzustellen ist, dass das im Jahre 1913 fertiggestellte Wehr Hohensaaten einen ganz wesentlichen Beitrag leistete und leistet, die Wasserbewirtschaftung des Oderbruches im Sinne seiner Nutzer und Bewohner zu betreiben. Auch die oben genannten weiteren Aufgaben erfüllt es nach wie vor in vollem Umfang.

Nahansicht des Wehres von NordostenNahansicht des Wehres von Nordosten

Die Abflüsse über das Wehr variieren sehr stark. Sie können durchaus 50 m³/s erreichen und andererseits nahezu gegen Null gehen, wenn kräftige Nordwinde Rückstau in der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße verursachen.

Zu erwähnen ist der zwischen Wehr und Westschleuse verlaufende Fischpass. Er ermöglicht den Fischen, für die Wehr und Schleuse ein unüberbrückbares Hindernis bilden, das Erreichen der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße.

Unter Normalstaubedingungen beträgt der Durchfluss rd. 0,11 m³/s

Blick von der HoFrieWa auf Westschleuse und WehrBlick von der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße auf die Westschleuse (links) und das Wehr (rechts)