Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Neubau eines starken flachgehenden Eisbrechers für die Oder

Grundlagen und Anforderungen

Auf der Grundlage des "Abkommens zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Polen über die Binnenschifffahrt“ vom 08.11.1991, Art. 20, sowie der getroffenen Vereinbarung zu den "Grundsätzen für den Eisaufbruch auf den Grenzabschnitten der Oder und Westoder“ vom 02.12.1991 erfolgt der Einsatz der Eisbrecher auf der Oder.

Eisbrecher Usedom auf der Oder

Der Eisbrecher Usedom auf der Oder

Schwerpunkt des Eisbrecher Einsatzes ist die Absicherung der Vorflut. D.h.bei einsetzendem Tauwetter kann es durch Versetzungen von Scholleneis zu einem gefährlichen Ansteigen des Wasserspiegels auf der Oder kommen. Werden die Eisversetzungen nicht rechtzeitig beseitigt, können die Deiche brechen und das Oderbruch wird überflutet. Dank dem Aufbau einer leistungsstarken Eisbrecherflotte kam es 1947 zum letzten Mal zu einer Überflutung des Oderbruchs. Damals waren 700 km² des Oderbruchs überflutet. Der Schaden betrug damals mehr als 30 Mill. DM.

Das WSA Eberswalde besitzt zur Absicherung dieser Aufgaben 9 Eisbrecher. Die Leistung dieser Eisbrecher liegt zwischen 300 PS und 800 PS. Die Eisbrecher wurden z. T. schon ab 1957 gebaut. Aus diesem Grund muss eine schrittweise Modernisierung und Erneuerung der Eisbrecher erfolgen.

Eisbrecher Fürstenberg auf dem Oderberger See

Eisbrecher Fürstenberg auf dem Oderberger See

Der Neubau eines speziell für die Oder konzipierten „starken flachgehenden Eisbrechers“ wurde EU-weit ausgeschrieben. Der Neubau eines „flachgehenden“  Eisbrechers ist wichtig, da auch bei niedrigenWasserständen (um 1,50 m Fahrwassertiefe) ein Einsatz der Eisbrecher erfolgen muss.

Fachliche und betriebstechnische Forderungen

(1) Verwendungszweck und Betriebsforderungen

Ausgehend von den Erfordernissen des Eisaufbruches an der Oder wird im Rahmen des Eisbrechkonzeptes der WSD Ost der Neubau eines starken, flachgehenden Eisbrechers für den Eisaufbruch auf der Oder zur Gewährleistung der Vorflut gefordert.

Einsatzgebiet:

Eisverhältnisse:

Abgestimmt auf die Eisverhältnisse soll die Rumpfform folgende Merkmale aufweisen:

Der Eisbrecher soll einen dieselelektrischen Antrieb mit einem Festpropeller und Keilruder erhalten. Mit einer Maschinenleistung von ca. 800 PS werden folgende Leistungsdaten erwartet:

Eisbrecherleistung 0,3 m Eis bei v = 5 km/h
Pfahlzug >= 75 kN
Probefahrtgeschwindigkeit 18 km/h

 

Die Fixpunkthöhe des Eisbrechers soll 4,00 m über CWL betragen bei normalem Betriebszustand ohne Ballast bei Tm  = 1,45 m.

(2) Tiefgang und Trimmlage

Der Eisbrecher soll einen Konstruktionstiefgang T m von 1,45 m nicht überschreiten. Durch entsprechende Anordnung von Ballastwassertanks soll die Möglichkeit der achterlichen Vertrimmung von 200 mm am HL erreichbar sein. Für diesen Fall wird ein entsprechend grösserer Tiefgang zugelassen.

Eisbrecher Hohensaaten auf Probefahrt

Eisbrecher Hohensaaten auf Probefahrt

Der dieselelektrische Antrieb stellt ein Novum für einen Flußeisbrecher in Deutschland dar. Durch diese Variante kann die Antriebsanlage besonders leicht gebaut werden, was für einen geringen Tiefgang besonders wichtig ist.

Entwurfszeichnung für den Neubau der Eisbrecher

Entwurfszeichnung für den Neubau der Eisbrecher

Am 11.10.2001 fand die Kiellegung des neuen Eisbrechers statt.

Weitergehende Informationen enthält unser Bericht über den Weg vom Modell zum Neubau.
Der Bau des Eisbrechers "Frankfurt" wurde von Oktober 2001 bis Juli 2002 mit dem "Bild der Woche" verfolgt. Die Fotos finden Sie im Bildarchiv "Neubau eines Eisbrechers".