Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Historie

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde ist eine Unterbehörde des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Seine Geschichte reicht bis zum Beginn der Bauarbeiten für den zweiten Finowkanal im Jahr 1743 zurück. Die Wasserbaubehörde ist somit 275 Jahre alt.

Es war am 19.07.1743, da schrieb der Kriegs-  und Domänenrat Uhl an den Eberswalder Rat: „Ich melde, dass ich mit gestriger Post eine Königliche Ordre erhalten, dass die Arbeit am Finow-Strohme angefangen werden soll.“ Zur Überwachung des Baues wurde in Eberswalde ein besonderes Kanalbauamt errichtet, welches der Vorläufer des heutigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes war. 

Mit dem Bau weiterer Wasserstraßen (Werbellinkanal 1766, Ruppiner Kanal 1786/88, Voßkanal 1880/82, Malzer Kanal 1827/28, Oranienburger Kanal 1832/37) sowie dem mehrfachen Ausbau der Havel nördlich von Liebenwalde, mit den angrenzenden Wentow-, Templiner und Lychener Gewässern, vergrößerte sich das  Aufgabengebiet der Königlichen Wasserbauinspektion auf 216 km Wasserstraßen.

Am 01.04.1905 beschloss der Preußische Landtag das „Gesetz betreffend den Ausbau der Wasserstraßen“. Zu den wichtigsten Vorhaben zählte damals der Ausbau der Wasserstraßenverbindung Berlin-Stettin. Seine Majestät Wilhelm II., Deutscher Kaiser und König von Preußen, übergab am 17.06.1914 den Großschifffahrtsweg Berlin-Stettin als Hohenzollern-Kanal dem Verkehr (heute: Oder-Havel-Kanal/Havel-Oder-Wasserstraße).

Bis zur Abdankung Seiner Majestät lautete die Dienstbezeichnung der Behörde: Königliches Wasserbauamt Eberswalde. Von 1918 bis 1928 wurde sie dann in Staatliches Wasserbauamt Eberswalde umbenannt. Von 1928 bis 1939 führte das Amt die Bezeichnung Preußisches Wasserbauamt Eberswalde und ab 1939 Wasserstraßenamt Eberswalde als Unterbehörde des Reichsverkehrsministeriums.

Im Zuge der Bildung eines Volkseigenen Kombinates Binnenschifffahrt und Wasserstraßen wurden die Wasserstraßenämter der ehemaligen DDR zum 01.01.1980 aufgelöst. Wegen des Vier-Mächte-Status´ von Berlin blieb lediglich das Wasserstraßenhauptamt Berlin erhalten. Die fiskalischen Aufgaben für den Bereich der Märkischen Wasserstraßen (außer Berlin) wurden dem neu gegründeten VEB WBU Eberswalde (Volkseigener Betrieb Wasserstraßenbetrieb und -unterhaltung) übertragen. Die Wahrnehmung der hoheitlichen Aufsichts- und Kontrollfunktionen wurde für die gesamte DDR in einem Wasserstraßenaufsichtsamt der DDR (WSAA) mit Dienstsitz in Berlin gebündelt. Auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland blieben die Wasserstraßenverwaltungsstrukturen des ehemaligen Reichsverkehrsministeriums weitgehend erhalten.

Nach Artikel 13 Abs. 2 des Einigungsvertrages vom 31.08.1990 unterstehen die Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen und die zugehörigen Behörden der ehemaligen DDR, mit Wirkung vom 03.10.1990, dem Bundesministerium für Verkehr. Für die Binnenwasserstraßen der ehemaligen DDR wurde die neu gegründete Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost mit sechs nachgeordneten Wasser- und Schifffahrtsämtern verantwortlich. Der Amtsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde umfasst über 660 km Bundeswasserstraßen und sonstige Binnenwasserstraßen des Bundes im Nordosten Brandenburgs und Südosten von Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gehören die Havel-Oder-Wasserstraße (HOW), Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW), Obere Havel-Wasserstraße (OHW), Oder und Westoder.

Infolge des WSV-Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 24.05.2016 führt, mit Wirkung zum 01.06.2016 die Behörde den Namen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde.

Das heutige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde ist wahrscheinlich
die älteste ohne Unterbrechung tätige Wasserbaubehörde in Deutschland und hatte bislang 33 Amtsleiter:

1743 - 1746 Oberbaudirektor Kemmeter
1746 - 1754 Ingenieur u. Feldmesser Schuhmann
1754 - 1764 Daniel Sucrow
1764 - 1768 Baukondukteur Prollius
1768 - 1795 Baukondukteur Hentschel
1795 - 1816 Wasserbauinspektor Leiber
1816 - 1827 Wasserbauinspektor Schmid
1827 - 1860 Wasserbauinspektor Blankenstein
1860 - 1875 Wasserbauinspektor Wohlbrück
1875 - 1894 Wasserbaurat Thiem
1894 - 1895 Wasserbaurat Tolkmitt
1895 - 1906 Wasserbaurat Elze
1906 - 1913 Wasserbaurat Zillich
1913 - 1916 Regierungs- und Baurat Haeseler
1916 - 1923 Regierungs- und Baurat Aefke
1923 - 1930 Regierungs- und Baurat Siebenhüner
1930 - 1933 Regierungs-und Baurat Werner
1933 - 1937 Regierungs- und Baurat Steude
1937 - 1941 Regierungs- und Baurat Dr.-Ing. Schumacher
1941 - 1943 Regierungs- und Baurat Bormann
1943 - 1945 Regierungs- und Baurat Petschke
1945 Bau.-Ing. Denker
1945 - 1947 Dipl.-Ing. Sihler
1947 - 1948 Bau.-Ing. Bsdock
1948 - 1950 Karl Beischau
1950 - 1976 Bau.-Ing. Berg
1976 - 1986 Bau.-Ing. Wodarz
1986 - 1990 Dipl.-Ökonom Lassen
1990 - 1991 Baudirektor Landgrebe
1991 - 2000 Dr.-Ing. Christian Straube
2000 - 2007 Baudirektor Rolf Dietrich
2008 - 2015

Leitender Baudirektor Hans-Jürgen Heymann

seit April 2015

Baudirektor Friedrich Peter Münch