Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Der Außenbezirk Canow

Mit 159 km Bundeswasserstraßen und sonstigen Binnenwasserstraßen des Bundes gehört der Außenbezirk Canow zu den großen Binnen-Außenbezirken in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Die wichtigsten Wasserstraßen sind die Müritz-Havel-Wasserstraße mit den Nebenwasserstraßen der Rheinsberger und Zechliner Gewässer sowie die Obere Havel-Wasserstraße zwischen Neustrelitz und Fürstenberg/Havel mit der Nebenwasserstraße der Lychener Gewässer.

Sitz des Außenbezirkes ist das kleine Dorf Canow, mitten im mecklenburgischen Kleinseengebiet, ca. 12 km nördlich von Rheinsberg.

Das Revier des Außenbezirkes liegt in den Landkreisen Müritz und Mecklenburg-Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern sowie Uckermark, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel in Brandenburg. Neben dem Hauptsitz in Canow unterhält der Außenbezirk noch einen festen Stützpunkt für den Regiebetrieb in Bredereiche, am östlichen Rand des Reviers.

Außenbezirk Canow
Außenbezirk Canow
Stützpunkt Bredereiche
Stützpunkt Bredereiche

Übersichtskarte

Diese Übersichtskarte des Außenbezirkes Canow steht auch als Vollbild bzw. im pdf-Format (297 KB) zur Verfügung.

Der Außenbezirk betreibt und unterhält 11 Schleusen, 13 Wehre, 5,9 km Dammstrecken, 1 Gewässerunterführung und 52 Brückenanlagen (davon 15 im Eigentum der WSV).

Sämtliche Wasserstraßen des Bundes im Außenbezirk sind staureguliert. 276 feste und 82 schwimmende Schifffahrtszeichen kennzeichnen die Fahrrinne, Untiefen, Anlagen sowie Wasserskistrecken und weisen die Weiterfahrt auf den Seenstrecken.

Insgesamt 15 Betriebs- und 5 gewässerkundliche Pegelanlagen dienen der Wasserbewirtschaftung der Stauhaltungen.

Schleuse Wolfsbruch
Schleuse Wolfsbruch, RbG km 2,4
Schleuse Strasen
Schleuse Strasen, MHW km 2,7

Wehr Steinhavelmühle
Wehr Steinhavelmühle
Wehr Fürstenberg-Bahnhofstraße
Wehr Fürstenberg-Bahnhofstraße

Fußgängerbrücke Strasen
Fußgängerbrücke Strasen, Ersatzneubau 2003
Straßenbrücke Prebelow
Straßenbrücke Prebelow, Ersatzneubau 2005

Mit bis zu 45.000 geschleusten Wasserfahrzeugen pro Jahr und Schleuse verzeichnet vor allem die Müritz-Havel-Wasserstraße eine außergewöhnlich hohe Verkehrsdichte. 

Zwar spielt die Güterschifffahrt in diesem Revier praktisch keine Rolle mehr, jedoch boomt es umso mehr auf allen Sektoren des Wassertourismus. Neben den sehr hohen Verkehrszahlen wird dieses auch durch über 3.000 vertraglich geregelte Nutzungen belegt, die durch unseren Außenbezirk Canow zu überwachen sind. 

Unter Kanutouristen gilt das Revier als eines der schönsten in Europa. Im Charterboottourismus wird mit einer durchschnittlichen Vermietungsdauer von 23 Wochen pro Jahr ebenfalls ein europäischer Spitzenwert erreicht. In einer Region mit einer Arbeitslosigkeit von durchschnittlich 25 % ist der Wassertourismus der wichtigste Hoffnungsträger für den Erhalt und die Neuschaffung von Arbeitsplätzen. Ein Wassertourist bringt durchschnittlich 20 € Umsatz pro Tag in die Region. Bei Anmietung eines Charterbootes kommen noch einmal ca. 40 € pro Tourist und Tag dazu.

Schleuse Canow
Gut belegte Schleuse Canow, MHW km 9,5
Kabinenschiff 'Greta von Holland'
Kabinenschiff 'Greta von Holland' bei der
Ausfahrt aus der Schleuse Diemitz,
MHW km 13,2

Nutzungen durch Dritte
Nutzungen durch Dritte bei MHW km 21,9
Hafen Neustrelitz
Hafen Neustrelitz, OHW km 94,4

 Verkehrsstatistik

Die wichtigste Aufgabe des Außenbezirkes Canow ist jedoch die Bereitstellung von ausreichend Betriebswasser zur Bewirtschaftung der Havel-Oder-Wasserstraße. Diese verfügt über keine Pumpwerke, so dass das gesamte Betriebswasser im Freispiegelgefälle zugeführt werden muss. 

Während der nassen Wintermonate wird möglichst viel Wasser in den Kleinseen entlang der Müritz-Havel- und Oberen Havel-Wasserstraße sowie in der Müritz zurückgehalten. In den trockenen Sommermonaten wird das gespeicherte Wasser dann wieder abgegeben, um damit Verdunstungs- und Schleusenwasserverluste auszugleichen. 

Die Wasserüberleitung zur Havel-Oder-Wasserstraße erfolgt über die Obere Havel sowie den Voßkanal und den Malzer Kanal, bevor das Wasser der Havel zwischen Liebenwalde und Malz direkt durch die Scheitelhaltung der Havel-Oder-Wasserstraße geleitet wird. In enger Abstimmung mit den zuständigen Wasserbehörden in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie dem WSA Lauenburg und unseren Außenbezirken Zehdenick und Oranienburg trägt der Außenbezirk Canow damit nicht nur Verantwortung für den Binnenschiffsverkehr auf der wichtigen Wasserstraßenachse zwischen Berlin und Szczecin, sondern leistet gleichzeitig auch einen herausragend wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung eines nach wasserwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Anforderungen erforderlichen Landschaftswasserhaushaltes.

Übersichtskarte Wasserbewirtschaftung

Die Übersichtskarte Wasserbewirtschaftung steht auch als Vollbild zur Verfügung.

Die stark saisonal beeinflusste verkehrliche Nutzung wirkt sich auch auf den Geschäftsbetrieb des Außenbezirkes Canow aus. 

In den Sommermonaten befindet sich praktisch das gesamte Personal, welches nicht für Verkehrssicherungsaufgaben benötigt wird, im Betriebsdienst auf den Schleusen. Öffnungszeiten von sieben Tagen pro Woche, von Mai bis September durchgehend zwischen 07.00 – 20.00 Uhr, bedeuten nicht nur ein Spitzen-Dienstleistungsangebot innerhalb der Binnenwassertourismusreviere in Europa, sondern auch den Einsatz von 2,5 Vollzeitarbeitskräften pro Schleuse als Schleusenwärter. Die derzeit 44 Beschäftigten und im Durchschnitt drei Auszubildenden des Außenbezirks Canow können diese Aufgabe nur leisten, weil sie während der Sommermonate durch weitere Mitarbeiter aus anderen Außenbezirken unseres Amtes verstärkt werden. 

Für die Zukunft sollen alle Schleusen im Außenbezirk für den halbautomatischen, elektronisch fernüberwachten Selbstbedienungsbetrieb  modernisiert und umgerüstet werden. Nach der bereits automatisierten Schleuse Himmelpfort wird im Winter 2006/07 die Schleuse Bredereiche modernisiert. Für alle automatisierten Schleusen gilt die grundsätzliche Option, dass bei einem Verkehrsaufkommen von mehr als 20.000 Wasserfahrzeugen pro Jahr, auch nach der Automatisierung, während der verkehrsstarken Monate ein Schleusenwärter eingesetzt wird. Dies ist aufgrund der hohen Verkehrsdichte erforderlich, um den Verkehr sicher abwickeln zu können.

Schleuse Diemitz im Winter
Schleuse Diemitz in der Winterruhe
Verkehrsstatistik 2003
Verkehrsstatistik 2003 
Schleuse Diemitz, MHW km 13,2

Im Winter werden Holzungs- und Freischneidearbeiten zur Herstellung der Verkehrssicherheit und des Sichtkegels sowie das Faschinenwerben realisiert. 

Im Frühjahr müssen die Sportbootwartestellen, deren Faschinenbauweise den hohen Belastungen des Verkehrs oft nur noch bedingt gewachsen ist, ausgebessert werden. Schleusen werden auf die Saison vorbereitet, Schifffahrtszeichen (Tonnen) überholt und neu ausgelegt. Festgestellte Untiefen in den Schleusenvorhäfen können nur außerhalb der Saison beseitigt werden. Die Hindernisfreiheit unter den Brücken wird geprüft.

Im Laufe des Sommerhalbjahres fallen die im Rahmen der Verkehrssicherung erforderlichen Unterhaltungsarbeiten an: Inspizieren und Instandsetzen von Schifffahrtszeichen, Ufersicherungen, Schleusen, Wehren, Dämmen, Brücken, Anlagen, Peilarbeiten, Baumschau, Mäharbeiten usw.

Im Spätherbst werden vorrangig Trockenlegungen der Schleusen für Reparaturarbeiten und die Bauwerksinspektion ausgeführt.

Für seine Leistungen stehen dem Außenbezirk folgende Wasserfahrzeuge zur Verfügung:

  • 1 Schubboot "Lehnitz"
  • 1 Spatzboot "Canow"
  • 1 Schubschlepper "Bredereiche" (als Reserve ohne ständige Besatzung)
  • 1 Schwimmgreifer
  • 2 Verkehrssicherungsprahme
  • 2 50-t-Deckschuten
  • 1 Klappschute
  • 3 Hechtschuten
  • 1 Rammprahm mit Pfahlschlaggerät
  • 1 Bauhüttenschiff
Schwimmgreifer
Schwimmgreifer bei der Ufersicherung
mit Schüttsteindeckwerk
Lagerplatz Lärz
Lagerplatz Lärz, Verkehrssicherungsprahm mit
Greiferarm und Schubschlepper BREDEREICHE

Faschinenwerbung im Regiebetrieb
Faschinenwerbung im Regiebetrieb
Trockenlegung der Schleuse Fürstenberg
Trockenlegung der Schleuse Fürstenberg,
OHW km 60,7,für eine Bauwerksinspektion

Schubboot Lehnitz mit Schwimmgreifer
Schubboot Lehnitz mit Schwimmgreifer
Arbeits- und Aufsichtsboot CANOW
Arbeits- und Aufsichtsboot CANOW beim
Stapellauf am 09.06.2004  (siehe auch
Presseinformation vom 10.06.2004   193 KB)