Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Aufgaben des Außenbezirks Frankfurt (Oder) - Kennzeichnung der Fahrrinne

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Kennzeichnung der Fahrrinne durch schwimmende Schifffahrtszeichen (Fahrrinnentonnen) und an Land stehende Schifffahrtszeichen (Baken und Tafelzeichen).

Im Bereich von Küstrin (Oder km 617,6) bis Zellin (Oder km 639,8) ist der Außenbezirk Frankfurt (Oder) für das Ausbringen und Einziehen der schwimmenden Schifffahrtszeichen verantwortlich, im Abschnitt zwischen Ratzdorf und Küstrin der Außenbezirk Slubice der RZGW Szczecin. An Land werden sogenannte Vollzeichen und Bakenkreuze aufgestellt. Hier ist der Außenbezirk Frankfurt (Oder) für das linke und der Außenbezirk Slubice für das rechte Ufer zuständig.

Bakenkreuze und Vollzeichen auf deutscher Seite
Auf dem linken, deutschen, Ufer werden gelbe, schräg gestellte Bakenkreuze und grüne Vollzeichen in Form einer Raute verwendet
Bakenkreuz und Vollzeichen auf polnischer Seite
Auf dem rechten, polnischen Ufer werden gelbe, senkrecht gestellte Bakenkreuze und rote Vollzeichen in Form eines Quadrates verwendet

Die Vollzeichen signalisieren dem Schiffsführer, dass der Talweg in diesem Abschnitt parallel und in der Nähe des mit den Vollzeichen gekennzeichneten Ufers verläuft. Die gelben Bakenkreuze kennzeichnen einen Wechsel des Talweges an das gegenüberliegende Ufer. Erreicht der Schiffsführer den Standort eines gelben Bakenkreuzes, so wechselt er den Kurs und fährt auf das nächste, am gegenüberliegenden Ufer stehende, Bakenkreuz zu. Bei Erreichen eines Vollzeichens hingegen fährt er parallel zum Ufer weiter bis zum nächsten Vollzeichen bzw. Bakenkreuz. Die Mitarbeiter, die diese Schifffahrtszeichen an Land (Baken) setzen, sind erfahrene Mitarbeiter des Außenbezirkes und werden umgangssprachlich auch als „Bakenstecher“ bezeichnet.

Rechtzeitig vor einsetzendem Eisgang oder Hochwasser werden sowohl die schwimmenden, als auch die an Land stehenden Schifffahrtszeichen eingeholt und nach dem Abgang des Eises bzw. Hochwassers und der darauf folgenden Hindernissuche und gemeinsamen deutsch-polnischen Längspeilung mit Neufestsetzung des Talweges wieder ausgebracht.

Der Talweg ist der Hauptlauf der Oder innerhalb des Gewässerbettes, der nach Tiefe und Breite gleichzeitig auch die geeignetste Fahrrinne für die Schifffahrt darstellt. Je nach Wasserstandsdynamik erfolgt die Neufestsetzung des Talweges und der Fahrrinne, im Mittel, alle vier bis sechs Wochen. Die Oder hat ein sehr dynamisches Geschieberegime. Dieses äußert sich in einer Geschwindigkeit von etwa 100 m / Monat, mit der sich sogenannte „Transportkörper“ aus Geschiebe an der Sohle des Flusses talwärts bewegen und den Talweg dabei ständig verändern. Daher ist für die Festlegung der Fahrrinne sehr viel Erfahrung und Revierkenntnis erforderlich, die man nur durch langjährige Tätigkeit vor Ort erwerben kann.

Feststofftransportmodell der Oder in der BAW

Dieses Bild zeigt ein physikalisches Feststofftransportmodell der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe, mit dem, u.a., das Geschieberegime der Oder im Bereich von Hohenwutzen untersucht wurde. Deutlich zu erkennen sind die Transportkörper, die sich am Grund des Flusses bilden. Zu diesem Projekt können Sie weitere ausführliche Informationen in unserem Beitrag über die Oder-Modelle Hohenwutzen nachlesen.

Die Festlegung des Talweges erfolgt im Ergebnis gemeinsamer deutsch-polnischer Längspeilungen. Aufgrund völkerrechtlicher Regelungen erfolgt mit der jeweiligen Festsetzung des Talweges auch die Festlegung der Grenzlinie zwischen Deutschland und Polen, für die, an der Oder, die Mitte der Fahrrinne definiert wurde.

Der Talweg

Quelle: Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost

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