Inhalt: Veranlassung der Maßnahme
Istzustand
Die Oder bildet zwischen der Neißemündung bei Oder-km 542,4 und dem Marienhofer Wehr bei Oder-km 704,1 auf einer Länge von 162 km die Grenze zu Polen. Dieser freifließende Abschnitt ist vollständig schiffbar, wird aber vor allem durch Eis, Hochwasser und oftmals lang anhaltende Niedrigwasserverhältnisse beeinflusst. Die Grenzoder ist heute nahezu durchgängig beidseitig durch Buhnen geregelt (Mittelwasserregelung). Die im letzten Jahrhundert durchgeführte Nachregelung im Niedrigwasserbereich erfolgte nur in Teilabschnitten, so dass vor allem unterhalb der Warthemündung die Trassierung unregelmäßig ist und die Buhnen unterschiedliche Ausbauhöhen besitzen. Infolge mangelnder Unterhaltung sind an beiden Ufern zahlreiche Buhnen z.T. erheblich beschädigt und dadurch nur noch bedingt hydraulisch wirksam.

Beschädigte Buhne
Mit dem vorhandenen Ausbauzustand kann die Oder den heutigen Anforderungen der Schifffahrt nicht mehr gerecht werden. Sie wird vor allem durch zu geringe Fahrwassertiefen während der lang anhaltenden Niedrigwasserperioden eingeschränkt. In einem durchschnittlichen Jahr mit mittleren hydrologischen Verhältnissen sinken an rd. 115 Tagen (etwa 1/3 des Jahres) die Fahrwassertiefen unter 1,60 m Tiefe. Das bedeutet, dass nur an etwa 250 Tagen durchgängig höhere Wasserstände anzutreffen sind, bei denen die Schifffahrt theoretisch mit Abladetiefen von 1,20 - 1,40 m oder mehr noch wirtschaftlich fahren kann. Schifffahrtssperren aufgrund von Eis, die durchschnittlich rd. 30 Tage im Jahr betragen, sind darin nicht mit eingerechnet.
Probleme in der Engstelle Hohenwutzen

Übersichtskarte

Luftbildaufnahme der Engstelle
Mitte des 18. Jh. wurde in Folge des Durchstiches zwischen Güstebiese und Hohensaaten
in diesem Abschnitt eine Laufverkürzung von über 50 % erreicht, so
dass die Oder im gesamten Untersuchungsbereich nicht im natürlichen Strombett
verläuft. Der Abflussquerschnitt ist durch die beiderseitigen Hochufer
eingeengt, wodurch es vor allem bei Hochwasser zum Aufstau der Wasserstände
nach Oberstrom kommt. Im Bereich der Engstelle verläuft die Oder zudem
in einem über 90°-winkligen Stromknick, wodurch der Strömungsangriff
auf den oberhalb der Krümmung schar liegenden Deich erheblich ist. Während
des Oderhochwassers 1997 waren dort intensivste Deichverteidigungsmaßnahmen
erforderlich, durch die der Bruch des Deiches glücklicherweise verhindert
werden konnte. Oberhalb der Engstelle ist infolge der ungleichmäßigen
Gefälleverhältnisse und des uneinheitlichen Regelungssystems eine
hohe morphologische Dynamik zu beobachten. Bei Niedrigwasser sind zudem alternierende
Kiesbänke (sogenannte Transportkörper) feststellbar. Dadurch werden
die Abladetiefen weiter verringert und die Festlegung der Fahrrinne erschwert.
Ergebnisdarstellung der Flächenpeilung

Ergebnisdarstellung der Flächenpeilung