Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Zielsetzung und Umfang der Untersuchungen

Zielsetzung und Umfang der Untersuchungen

Mit Hilfe verschiedener Modelle sind im direkten Engstellenbereich vor allem Möglichkeiten zur Entschärfung der Engstelle und zur Abflussverbesserung bei Hochwasser zu untersuchen. Oberhalb der Engstelle ist zu ermitteln, in wie weit durch eine Modifikation der Strombauwerke die Fahrwassertiefen erhöht und eine Vergleichmäßigung der Sedimenttransportverhältnisse erreicht werden kann.

Um neben der eigentlichen Engstelle auch die oberstromigen und unterstromigen Bereiche sowie die Hochwassersituation zu erfassen, kommen insgesamt drei Modelle zum Einsatz:

1. Physikalisches Modell mit beweglicher Sohle Oder-km 654,7 bis Oder-km 662,5 (Straßenbrücke Hohenwutzen), ca. 8 Kilometer

Hierbei handelt es sich um ein Ausschnittsmodell für die Untersuchung der Sohlmorphologie. An diesem Modell werden verschiedene Unterhaltungs- und Ausbauvarianten für den Bereich oberhalb von Hohenwutzen untersucht und hinsichtlich ihrer Wechselwirkung mit der Sohl­morphologie bewertet. Ziel der Untersuchungen ist die Optimierung der erreichbaren Fahrrinnentiefen und die Stabilisierung des Talweges. Die Untersuchungen in diesem Modell werden insbesondere für Abflüsse zwischen Mittelniedrigwasser (MNW) und einem 1-jährigen Hochwasser (HW1) an 3 oder 4 sta­tionären Abflussereignissen durchgeführt.

2. Numerisches 2D-Modell
Oder-km 653,9 (Eisenbahnbrücke Neurüdnitz) bis Oder-km 664,9 (Pegel Hohensaaten), ca. 11 Kilometer

Mit dem numerischen 2D-Modell wird der Bereich von Hohensaaten bis oberhalb der Engstelle bei Hohenwutzen hinsichtlich der Hochwasserabfuhr untersucht. Die be­trachteten Abflussereignisse liegen daher zwischen Mittelwasser (MW) und dem höchsten Hochwasser (HHW). Auf der Grund­lage von detaillierten Variantenvorgaben des Landesumweltamtes Brandenburg wer­den verschiedene Szenarien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Hochwasserab­fluss, insbesondere im Nahbereich von Hohenwutzen, untersucht. Die Varianten werden in Abstimmung mit dem Auftraggeber optimiert.

Die Untersuchungen werden stationär für das Bemessungshochwasser für die Deiche und, sofern Auswirkungen auf die Fahrwasserverhältnisse zu erwarten sind, bei Mittelwasser und dem Bezugswasserstand GlW (Gleichwertiger Wasserstand mit einer Unterschreitungsdauer von 115 Tagen) durchgeführt. Für diese Untersuchungen werden die Programme Telemac 2D und HEC-2 eingesetzt.

3. Numerisches 1D-Feststofftransportmodell
Oder-km 645 bis Oder-km 664,9 (Pegel Hohensaaten), ca. 20 Kilometer

In Ergänzung zum physikalischen und zum 2D-Modell wird für einen längeren Ab­schnitt ein eindimensionales Feststofftransportmodell erstellt, mit dem sowohl Vari­anten voruntersucht werden können, als auch Aussagen hinsichtlich der großräumi­gen Auswirkungen der untersuchten Varianten gemacht werden können (z.B. nach Oberstrom über den Bereich des physikalischen Modells hinaus). Für diese Untersu­chungen wird voraussichtlich das Programmsystem HEC-6 / HASE zum Einsatz kommen.
 

Modellübersicht
Untersuchungsvarianten

Satelitenbild
Modellübersicht (Satellitenaufnahme)

Untersuchungsvarianten:

- zur Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse:
Physikalisches und numerisches 1D-Feststofftransportmodel 1

Variante 1:   Optimierung des derzeitigen Unterhaltungskonzeptes bei weitgehender Beibehaltung des derzeitigen Ausbauzustandes.
Variante 2:   Erweiterung der vorhandenen Regelungsbauwerke (z.B. Verlängerung oder Kürzung der vorhandenen Buhnen).
Variante 3:   Veränderung der Trassierung innerhalb des Flussbettes (z.B. Überprüfung eines polnischen Entwurfes).

- zur Verbesserung der Hochwasserabfuhr:
Einsatz des numerischen 2D-Modells

Variante 1:   Lokale Deichrückverlegung im unmittelbaren Engstellenbereich (Westufer).
Variante 2:
wie Variante 1, mit Hochuferabgrabung auf der gegenüberliegenden (polnischen) Seite.
Variante 3:   Auswirkungen auf die Wasserspiegellagen oberhalb der Engstelle Hohenwutzen bei Heranziehen weiter Unterstrom liegender Retentionsräume (nur 1D-Modell).

Weitere Varianten können nach Vorliegen der ersten Ergebnisse mit der Bundesanstalt für Wasserbau abgestimmt werden.

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